New York Times will mit Preistests und Investments ins Digital-Abo weiter wachsen

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Der Verlag hegt große Ambitionen. Nächstes Ziel: Mehr als zehn Millionen Abonnenten bis 2025/ Foto: Frank Malerius

Die New York Times hat ein weiteres Quartal mit Rekordergebnissen hinter sich – zumindest im Digital-Abonnement. Im vierten Quartal 2018 konnte die US-Tageszeitung rund 265.000 neue Digital-Abonnenten gewinnen. Laut CEO Mark Thompson war dies „der höchste Zugewinn seit den Monaten unmittelbar nach der Präsidentschaftswahl in 2016“. In Summe zählte die New York Times Ende Dezember 4,3 Mio. Abonnenten, davon 3,36 Mio. Digital-Abonnenten.

Dieser Zuwachs zahlte auch auf die Umsatzentwicklung ein. Der Umsatz im Digitalbereich lag im Gesamtjahr 2018 bei 709 Mio. Dollar. „Damit haben wir nach nur drei Jahren bereits drei Viertel des Weges zurückgelegt, um unser Fünfjahresziel einer Verdoppelung der Digitalumsätze auf 800 Mio. Dollar bis 2020 zu erreichen“, berichtet Thompson. „Deshalb setzen wir uns ein neues Ziel: das Abonnementgeschäft bis 2025 auf mehr als zehn Mio. Abonnenten steigern.“

Digital-Abonnements trugen 2018 rund 38 Prozent zum gesamten Abo-Umsatz sowie rund 23 Prozent zum Unternehmensumsatz der New York Times Company bei. Auf der anderen Seite blieb das Werbegeschäft auf Vorjahresniveau, da auch dort der Umsatz im Digitalen stark zulegte (+23 Prozent). In Summe erwirtschaftete der Verlag im Gesamtjahr 2018 einen Umsatz von rund 1,7 Mrd. Dollar, was einem Plus 4,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.*

Umsatzentwicklung der New York Times in 2018

Segment2018Veränderung zum Vorjahr
Gesamtumsatz 1.748.598 4,4%
Abo-Geschäft 1.042.571 3,4%
Werbegeschäft 558.253 0,0%
Sonstige Erlöse 147.774 36,0%
Quelle: Unternehmensangaben

Nächster Schritt: Die Customer Journey optimieren

Das Digitalgeschäft soll für die New York Times künftig noch weiter an Bedeutung gewinnen. Nicht nur geht der Verlag für das erste Quartal 2019 im Digital-Abonnement umsatzseitig von einem Zuwachs im zweistelligen Prozentbereich aus. Durch die Zielvorgabe von zehn Mio. Abonnenten bis 2025 scheint auch die mittel- bis langfristige Marschrichtung klar.

CEO Thompson kündigt dafür bereits Investitionen an: „Um den Meilenstein von zehn Millionen Abonnements zu erreichen, müssen wir nicht nur die Marke New York Times und den Journalismus der Times an neue Zielgruppen auf der ganzen Welt herantragen, sondern auch fachkundiger und koordinierter dabei werden, diese Zielgruppen zu gewinnen und sie in zahlende Abonnenten zu wandeln. Deshalb werden wir erhebliche Investitionen in digitale Produkte und in das Marketing tätigen, um das mittelfristige Wachstum unseres Modells zu beschleunigen.“

Zudem erklärt er: „Schließlich werden wir weiter daran arbeiten, die Customer Journey und das Bezahlmodell zu optimieren. Wie bereits erwähnt glauben wir trotz unserer bisherigen Fortschritte nach wie vor, dass es noch viel mehr Spielraum gibt, das Abonnementwachstum zu beschleunigen. Dazu laufen derzeit mehrere Tests.“

Erste Preisanhebung seit 2011

Im Frühjahr 2019 will die New York Times eine Preiserhöhung im Digital-Abonnement am Markt testen. Laut Thompson wäre es die erste Preisanhebung seit dem Start des digitalen Bezahlmodells im Jahr 2011. „Wir sind zuversichtlich, dass unsere Digital-Abonnenten verstehen werden, dass der Preis für qualitativ hochwertigen Journalismus manchmal steigen muss, damit eben jener Journalismus aufblühen kann“, so der CEO.

Derzeit zahlen Digital-Abonnenten der New York Times im Basis-Produkt im ersten Jahr vier Dollar pro Monat und ab dem zweiten Jahr acht Dollar pro Monat. Dafür erhalten sie uneingeschränkten Zugang zu den Inhalten der Website und der Apps.

Das Einstiegsangebot von einem Dollar pro Woche ist einer der Gründe für die rasant wachsende Zahl an Digital-Abonnenten der New York Times. Allerdings führte dieses Angebot auch dazu, dass der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer (ARPU) zuletzt um 3,5 Prozent zurückgegangen ist. Roland Caputo, Executive Vice President und Chief Financial Officer, berichtet: „Wir gehen davon aus, dass dieses aggressivere Werbeangebot, das im vergangenen Quartal erneut zu starken Netto-Zuwächsen im Abonnement führte, im Kombination mit anderen Werbetests den ARPU auch 2019 weiter nach unten drücken werden.“

CEO Thompson ist dennoch von dem Ansatz überzeugt. Das liegt auch daran, dass der Erfolg der New York Times seiner Ansicht nach mittlerweile nicht mehr so stark von politischen Großereignissen wie der Präsidentschaftswahl 2016 abhängt. Mit Blick auf das jüngste Wachstum sagt er: „Wenngleich die Midterm-Wahlen zu dieser starken Leistung beigetragen haben, so deutet das Nutzerverhalten und die wöchentlichen Zuwächse im Abonnement darauf hin, dass unsere derzeitige Entwicklung auf einer breiteren Basis fußt und deutlich weniger von der gegenwärtigen politischen Situation abhängt als noch vor zwei Jahren.“

Entwicklung des digitalen Abo-Geschäfts der New York Times in 2018

ProduktDigital-AbonnentenVeränderung zum VorjahrUmsatz (in Dollar)Veränderung zum Vorjahr
News 2.713.000 21,6% 378.484.000 16,1%
Kreuzworträtsel/Rezepte 647.000 56,7% 22.136.000 53,9%
Gesamt 3.360.000 27,1% 400.620.000 17,7%

Quelle: Unternehmensangaben


*Hinweis: Der Finanzkalender der New York Times im Geschäftsjahr 2018 umfasste eine Woche weniger als im Vorjahr. In der Umsatzentwicklung wurde dieser Effekt berücksichtigt.


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(wr) 11.02.2019


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